Warum der fränkische Zwetsch­gen­­plootz pure Heimatliebe ist

Wenn die Nachmittage im August vor Hitze flirren und der Duft von reifen Früchten durch die fränkischen Gassen zieht, schlägt ihre Stunde: Die Zwetschge ist reif. Zwischen Main und Rhön bedeutet das weit mehr als nur Erntezeit. Es ist der offizielle Beginn der „Plootz-Saison“. Dieser traditionelle Blech­kuchen ist eines der kulinarischen Herzstücke des fränkischen Spätsommers und weckt sofort Erinnerungen an Oma, den Garten und das gemütliche Beisammensein am Nach­mittag. Doch woher hat das Gebäck eigentlich seinen klangvollen Namen? Das Wort „Plootz“ (regional auch Blooz oder Plätz genannt) leitet sich historisch vom mittelhoch­deutschen Begriff für etwas Flaches, Breitgedrücktes ab. Ursprünglich war der Plootz ein genial ein­faches Resteessen am Backtag. Wenn im dörflichen Holzbackofen das Brot fertig war, nutzte man die restliche, sanfte Nachhitze des Ofens. Ein Stück übrig gebliebener Brotteig wurde dünn auf dem Blech plattgedrückt und mit dem belegt, was Garten und Natur gerade hergaben. Im August waren das eben die saftigen Zwetschgen.

Der Insider-Tipp für Genießer:

Am allerbesten schmeckt der Plootz, wenn er noch leicht warm direkt vom Blech serviert und von einem riesigen Klecks frisch geschlagener Sahne gekrönt wird.

Die Anatomie des perfekten Spätsommerglücks

Die Zutaten für das traditionelle Gebäck sind wunderbar bodenständig geblieben. Das Geheimnis liegt im harmonischen Dreiklang aus diesen Komponenten:

  • Der Boden: Traditionell bildet ein schlichter, kaum gesüßter Hefeteig das Fundament. Wer es eiliger hat, greift in der modernen fränkischen Küche aber auch gerne zu einem schnellen Quark-Öl-Teig.
  • Die Frucht: Hier kommen ausschließlich echte Hauszwetschgen aufs Blech. Beim Backen entwickeln sie eine feine, säuerliche Note und geben ihren tiefvioletten Saft an den Teig ab, was den Kuchen unvergleichlich saftig macht.
  • Die Streusel: Eine großzügige Schicht aus Butter, Mehl und Zucker sorgt für den nötigen Knusper-Effekt. Unverzichtbar ist hierbei eine kräftige Prise Zimt, die dem Plootz sein typisches Spätsommer-Aroma verleiht.
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