Goldene Aussichten
So wird die Herbstwanderung in der Rhön zum Genuss


Wenn die Blätter im sanften Sonnenlicht in warmen Rot- und Goldtönen leuchten und die Weite der Langen Rhön im Nachmittagslicht erstrahlt, zeigt sich die Bayerische Rhön von ihrer eindrucksvollsten Seite. Wer in diesen Tagen durch das Land der offenen Fernen wandert, erlebt den Herbst in all seiner Pracht. Damit die Tour in der Natur rundum gelingt und entspannt bleibt, gibt Lisa Jensen, Geschäftsführerin des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e.V., wertvolle Tipps für den perfekten Herbstausflug vor Ort. Zauberhafter Nebel am Schwarzen Moor
Ein herbstlicher Ausflug durch die Rhön erfordert weder schwere Ausrüstung noch alpine Härte. „Ein Paar feste, wasserdichte Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung im Zwiebellook reichen völlig aus“, betont die Expertin. Wanderstöcke braucht es dagegen nicht.
Dennoch sollte man die kühleren Temperaturen in den höheren Lagen der Hochrhön nicht unterschätzen. Hier wird man auch schnell mal vom plötzlichen Nebel überrascht. „Gerade das macht jedoch häufig den besonderen Zauber aus, etwa im Schwarzen Moor, wenn die Moorlandschaft seine schaurig-schöne Atmosphäre so richtig entfaltet“, schwärmt die 33-jährige Waldökologin, die selbst in Hilders in der Rhön zu Hause ist. Wanderrouten vorab downloaden
Zur Orientierung greifen die meisten Menschen beim Wandern inzwischen zum Handy. Hier empfiehlt Jensen spezialisierte Anwendungen wie die Wander-App Komoot, die offizielle App „Biosphärenreservat Rhön“ oder den BayernAtlas. Sie haben gegenüber Google Maps einen klaren Vorteil: Die Routen lassen sich vorab auf das Gerät herunterladen. So ist die Navigation auch in funklochreichen Abschnitten jederzeit gesichert.
Als Wanderstrecken empfiehlt die passionierte Wanderin vor allem die sogenannten Extratouren, wie die der Hochrhön, oder die Hüttentour. „Die bieten nicht nur spektakuläre Landschaften und Panoramen, sondern auch sehr sorgsam gepflegte, gut ausgeschilderte Wege.“
Am Ausgangspunkt für die Hüttentour, dem Haus der Schwarzen Berge, gibt es eine Dauer- und eine wechselnde Sonderausstellung zu entdecken. Die macht gleich Lust darauf, die Rhön mit eigenen Augen zu entdecken. Wer nach einem unkomplizierten Klassiker sucht, baut den 2,5 Kilometer langen Rundweg durch das Schwarze Moor in seine Tagestour ein.


Der beste Moment: Das Licht am Spätnachmittag Einen persönlichen Geheimtipp hat Lisa Jensen für die Tageszeit: „Im Herbst wandere ich am liebsten am späten Nachmittag. Wenn die Sonne tiefer steht, strahlen die Farben des ‚Indian Summer‘ in voller Intensität.“ Wer dabei die Dämmerungszeiten im Blick behält und rechtzeitig am Ziel ist, behält ein unvergessliches Naturerlebnis in der eigenen Region in Erinnerung.