Gesunde als Kontrollpersonen gesucht

Gesunde Teilknehmende sind für viele medizinische Studien unver­zichtbar: Erst der Vergleich mit ihnen ermöglicht es, krank­heits­typische Veränderungen zu erkennen und besser zu verstehen. Am UKW besteht hier aktuell bei zwei Studien noch Bedarf.

Das CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) tritt meist nach Verletzungen oder Operationen an Armen oder Beinen auf. Der Körper reagiert dabei mit einer überschießenden, fehlge­steuerten Entzündung. Um die chro­nische Erkrankung besser zu verstehen, führt das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des UKW derzeit die Studie ResolveCRPS 2.0 durch. Dabei werden Patientinnen und -Patienten über ein Jahr lang begleitet. Um die gewonnenen Erkenntnisse zu über­prüfen und abzusichern, wird eine gesunde Kontrollgruppe benötigt, für die noch Teilnehmende gesucht wer­den. Mitmachen können Personen zwischen 18 und 85 Jahren, die noch nie von einem CRPS betroffen waren.

Zur Studienteilnahme der Kontrollgruppe gehört auch die Durchführung einer C-Faser­stimulation zur Untersuchung kleiner Haut­nerven.

Das erwartet die Teilnehmenden der Studie Die Studienteilnahme umfasst unter an­de­rem eine Blutentnahme, ver­schie­de­ne Funktions- und Krafttests, Unter­su­ch­un­gen der Nerven­funktion und Herz­ra­ten­variabilität sowie eine MRT-Unter­su­chung des Kopfes. Es wird eine Auf­wands­entschädigung von bis zu 70 Euro pro Person gezahlt. Interessierte melden sich für weitere In­fos bei Lea Grundei von der Klinik und Po­liklinik für Anästhesiologie, Intensiv­me­di­zin, Notfallmedizin und Schmerz­the­rapie unter E-Mail: grundei_l1@ukw.de oder Tel. 0931-201 30277

Zum Untersuchungsumfang der Studie ge­hören eine Blutentnahme, eine Stimulation schmerzleitender Nervenfasern und ein EEG.

In einem weiteren Projekt untersucht die Neurologische Klinik des UKW, wie sich die Schmerzverarbeitung bei Menschen mit Migräne von der bei gesunden Personen unterscheidet. Dafür werden zum einen noch gezielt volljährige männliche Teilnehmer mit Migräne gesucht. Für die Kontrollgruppe benötigt das Studienteam zum anderen noch gesunde Frauen ohne Migräne im Alter von 18 bis 24 Jahren sowie von 35 bis 49 Jahren. Die Migräne-Studie startet mit einem Fragebogen Interessierte füllen zunächst einen Online-Fragebogen aus, der über den untenstehenden Button abrufbar ist. Dabei wird unter anderem geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Studien­teilnahme erfüllt sind. Bei Eignung folgt ein Termin am UKW.

Hier geht's zum Fragebogen

Die Untersuchung vor Ort dauert rund zwei Stunden. Dabei wird mit einem EEG die elektrische Aktivität des Ge­hirns erfasst. Durch elektrische Reize über die Haut werden zudem gezielt schmerz­leitende Nervenfasern stimu­liert. Eine Blutent­nahme dient dazu, be­stimmte Neuropeptide zu untersuchen, die mit der Schmerz­verarbeitung in Zu­sammenhang stehen könnten. Für die Untersuchung vor Ort gibt es eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro. Ansprechpartnerinnen sind die PhD-Kandidatin Zhuo­lin Zhao und die medi­zinische Doktorandin Viktoria Kohler. Fragen richten Interessierte an die E-Mail: kohler_v@ukw.de.

Die Doktorandin Rebekka Falke und der Doktorand Michael Huber aus dem STI-Bay-Studienteam des Instituts für Allgemein­medizin führen die Interviews entweder persönlich am UKW oder online durch.

Let’s talk about Sex

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) nehmen in Europa seit Jahren deutlich zu. Seit 2015 haben sich die ge­mel­deten Gonorrhö-Fälle vervierfacht, die Syphilis-Fälle verdoppelt. Besonders häufig sind Infektionen mit Chlamydien. Da STI oft ohne erkennbare Symptome verlaufen, können sie unbemerkt weiter­gegeben werden und teils schwerwie­gende Folgen haben. Das Institut für Allgemeinmedizin des UKW untersucht deshalb in der Inter­view­studie STI-Bay, wie Diagnose und Behandlung sexuell übertragbarer Infek­tionen in Bayern ablaufen und wo Ver­besserungsmöglichkeiten bestehen. Be­fragt werden Hausärztinnen und Haus­ärzte sowie Patientinnen und Pa­tienten. Für die Studie werden Personen jeden Geschlechts und jeder sexuellen Orien­tierung gesucht, die mindestens 18 Jahre alt sind und innerhalb der ver­gangenen fünf Jahre in einer bayeri­schen Praxis eine STI-Diagnose erhal­ten haben. In einem rund 60-minütigen vertraulichen Interview berichten sie über ihre Erfahrungen mit Behandlung und Betreuung. Das Gespräch findet wahlweise am UKW oder ­online statt. Als Aufwandsentschädigung gibt es einen Wunsch­gutschein im Wert von 40 Euro.

Weitere Details zur Studie und Anmeldemöglichkeit

Wenn Pilze die Hornhaut angreifen

Die Pilzkeratitis wird durch Pilze ver­ursacht, die in die Hornhaut des Auges eindringen und dort Entzündungen aus­lösen. Besonders gefährdet sind Kon­takt­linsenträgerinnen und -träger, Menschen nach Augenverletzungen sowie Personen mit ­geschwäch­tem Immunsystem. Problematisch ist, dass viele pilzhemmende Medikamente den In­fektions­ort nur schlecht erreichen. Die Folge sind langwierige, belastende und nicht immer erfolgreiche Behandlungen. In Würzburg bündeln nun Forschende aus der Augenheilkunde des UKW und der Mikrobiologie der Universität ihre Expertise, um die Mechanismen der Pilzinvasion genauer zu entschlüsseln. Im Mittelpunkt stehen Fusarium-Pilze. Das Team um Dr. Malik Salman Haider und Prof. Dr. Oliver Kurzai untersucht, wie die Erreger das Hornhautgewebe schädigen und welche biologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen. Parallel entwickeln die Wissenschaftler neue polymerbasierte Nano-Wirk­stoff­träger. Diese sollen Antimykotika ge­zielter an den Infektionsort bringen. Getestet werden die Ansätze in moder­nen Hornhautmodellen, die zugleich hel­fen können, Tierversuche zu ­redu­zieren. Langfristig hoffen die Forschen­den auf wirksamere Augen­tropfen, bes­sere Heilungschancen und ein ge-ring­eres Risiko für dauerhafte Sehschäden. Die Deutschen Forschungs­gemein­schaft fördert das Projekt mit 500.000 Euro.

Pilzinfektion trotz intensiver ­antimykotischer Therapie.

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