Mehr als zwei Jahrzehnte lang prägte das bisherige Logo den Auftritt des Universitäts­klinikums Würzburg. Jetzt bekommt das UKW ein neues Erscheinungsbild. Dahinter steckt weit mehr als eine grafische Modernisierung: Das neue Corporate Design soll zeigen, wofür die Würzburger Universitäts­medizin heute steht, Orientierung schaffen sowie die vielen Kliniken, Institute und Zentren unter einer starken gemeinsamen Marke zusammenführen.

Ein neues Gesicht für das UKW

Wer das UKW in den vergangenen Jahren beobachtet hat, erkennt vor allem eines: Das Klinikum wandelt sich. Neue For­schungs­verbünde sind ent­standen, zahlreiche Projekte aus den unter­schiedlichsten Bereichen wurden auf den Weg gebracht – und auch baulich steht das Klinikum vor einem tiefgreifenden Wandel. Nun wird diese Entwicklung auch nach außen sichtbar. Seit dem 20. Juli dieses Jahres führt das UKW schrittweise ein neues Cor­porate Design ein. Herz­stück ist ein neues Logo, das den bisherigen, seit 2002 verwendeten Auftritt ablöst. Laut Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstands­vor­sitzender des Universitätsklinikums, ist der Zeitpunkt bewusst gewählt. Die Würzburger Universitätsmedizin habe gerade in den vergangenen Jahren „außergewöhnliche Erfolge“ erzielt. Als Beispiele nennt er den Start des Nationalen Centrums für Tumorer­krankungen (NCT) WERA, die Ent­wicklung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz sowie die erfolgreiche Einwerbung und Verlängerung von Sonderforschungsbereichen. „Mit dem neuen Corporate Design machen wir sichtbar, was uns ausmacht und wofür wir stehen“, erläutert von Oertzen. Ausgangspunkt dafür sei das Selbst­ver­ständnis des UKW: „Dem Menschen ver­pflichtet", was nun auch den Marken­kern bildet. Das neue Erscheinungsbild soll also nicht einfach moderner aussehen. Es soll ausdrücken, wie sich das Klinikum selbst versteht – und eine gemeinsame Klammer für eine große und vielfältige Organisation bilden. Schließlich gehören zum Klinikum mehr als 50 Kliniken, Institute und Zentren. Sie alle sollen künftig stärker als Teile eines gemein­samen Ganzen wahr­genommen wer­den. Das neue Designsystem soll dabei mit einem neuen Dachmarkenkonzept für einen einheitlichen Auftritt über alle Kommunikationskanäle hinweg sorgen. Drei Werte prägen das neue Erscheinungsbild Bevor Formen, Farben und Buchstaben festgelegt wurden, stand deshalb eine grundlegende Frage im Mittelpunkt: Was zeichnet das UKW aus? In einem umfassenden Entwicklungsprozess wa­ren Vertreterinnen und Vertreter ver­schiedener Klinikbereiche und Berufs­gruppen beteiligt. Das bestehende Selbst­verständnis „Dem Menschen ver­pflichtet“ wurde dabei um die Begriffe Strahlkraft, Weitblick und Füreinander ergänzt. „Diese zentralen Werte waren Grundlage der Gestaltung des neuen Logos und gesamten Design-Systems und werden von diesen gekonnt wider­gespiegelt", sagt von Oertzen. Ein neues Logo für einen neuen Medizin-Campus Dass der Wechsel gerade jetzt erfolgt, hat auch mit der baulichen Zukunft des Universitätsklinikum Würzburg zu tun. Mit den anstehenden Baumaßnahmen auf dem Erweiterungs­gelände Nord beginnt eines der bedeutendsten Ent­wicklungs­projekte des Klinikums. „Unser Medizin-Campus wird sich grundlegend wandeln. Dieser Wandel wird durch das neue Corporate Design aufgegriffen“, betont Philip Rieger, der Kaufmännische Direktor des UKW. Das bisherige Corporate Design hatte das Würzburger Klinikum seit 2002 be­gleitet. Für Rieger ist deshalb jetzt der passende Zeitpunkt gekommen, den Auftritt grundlegend zu überarbeiten.

Gestaltungsideen des neuen Logos

  1. Die Buchstaben sind eng miteinander verbunden – als Sinnbild für das „Füreinander“.
  2. „U“ und „K“ verschmelzen miteinander und unterstreichen damit die enge Verbindung des Universitätsklinikums mit der Universität.
  3. Parallele Linien symbolisieren die regionale, nationale und internationale „Strahlkraft“ des UKW.
  4. Die Rundung nimmt die bekannte „Mainwelle“ des bisherigen Logos auf – ein Zeichen für regionale Verwurzelung.
  5. Beim Deskriptor kommt statt der bisherigen Kurzfassung „Uniklinikum“ die volle Bezeichnung der Einrichtung zum Einsatz.

Den Beschäftigten wurde das neue Logo bereits am 17. Juli beim UKW-Sommerfest vorgestellt. Hier die Enthüllung mit Marcus Huppertz, Philip Rieger und Lena Ossiander (von links).

Orientierung für Patientinnen und Patienten, Identifikation für Beschäftigte Ein Corporate Design richtet sich aller­dings nicht nur nach außen. Gerade bei einer großen Organisation kann es auch nach innen eine wichtige Funktion erfüllen. „Eine starke optische Dach­marke gibt Patientinnen und Patienten Orientierung und steigert die Wieder­erkennung. Bei unseren Mitarbeitenden stärkt sie das Wir-Gefühl – und damit auch die Identifikation mit dem Klini­kum“, ist sich Marcus Huppertz, der Pflegedirektor des UKW, sicher. Das spielt auch dort eine Rolle, wo das UKW um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirbt. Nach Einschätzung von Huppertz wird ein klarer und wie­der­erkennbarer Auftritt zunehmend zu einem Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Auszubildende und Fachkräfte. Die besondere Stärke der Universitätsmedizin Das neue Design soll zugleich ver­mitteln, was eine Universitätsmedizin von anderen Einrichtungen unterschei­det. Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstands­mitglied des UKW, verweist dabei auf das Zusammenspiel von Forschung, Lehre und Krankenversorgung. „Diese Stärke prägt den Standort Würzburg ganz besonders“, so Frosch. Wie dynamisch sich der Wissenschafts­standort entwickelt, zeigt für ihn auch die Ansiedlung außeruniversitärer For­schungs­einrichtungen. Als Beispiel nennt er das Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektions­forschung, kurz HIRI, sowie das geplante Max-Planck-Institut im Bereich der Lebens­wissen­schaften. Die „exzellente Entwicklung der Würzburger Universitätsmedizin“ wer­de durch das neue Erscheinungsbild nun auch optisch unterstützt. Die Marke UKW soll nach den Worten des Dekans künftig stärker transportieren, dass hinter der Versorgung von Patientinnen und Patienten zugleich ein Forschungs- und Lehrstandort mit nationaler und internationaler Strahlkraft steht. Wie aber übersetzt man Begriffe wie Strahlkraft, Weitblick und Füreinander in Formen, Farben und Gestaltung? Mit dieser Aufgabe wurde die Münchner Agentur „Zeichen & Wunder“ betraut. Auf Seiten des UKW liegt die Projekt­leitung bei Lena Ossiander, Leiterin der Stabsstelle Marketing. Laut ihren Worten soll das ­Design im Alltag Informationen leichter zugänglich ­machen und dabei helfen, „klarer, konsistenter und als ein gemeinsames UKW zu kommunizieren“. Das ist angesichts der Größe des Klinikums eine bedeutende Aufgabe: Von der Patienteninformation über die wissen­schaftliche Kommunikation bis hin zum Personalmarketing müssen sehr unter­schiedliche Inhalte und Formate unter einem gemeinsamen visuellen Dach funktionieren. Ein Baukasten statt einer starren Lösung Deshalb wurde das neue Logo nicht als starres Zeichen entwickelt, das überall in exakt derselben Form stehen muss. Stattdessen arbeitet das UKW mit einem Logo-Baukasten und flexiblen Regeln. Je nachdem, wo und in welchem Zusammenhang das Logo erscheint, kann die passende Variante eingesetzt werden. Standard ist die Darstellung im Querformat. Sämtliche Varianten stehen in der neuen Primär­farbe Dunkelblau sowie als weiße Negativ-Version zur Verfügung. Für besondere Anwendungen gibt es zu­sätzlich eine einfarbig schwarze Varian­te. So funktioniert das Erscheinungs­bild vom kleinen digitalen Format bis zu großflächigen Anwendungen. Veränderung mit Augenmaß Bei einer Institution von der Größe des Würzburger Universitätsklinikums lässt sich ein Corporate Design nicht über Nacht austauschen. Deshalb ist die Einführung über einen Zeitraum von rund zwei Jahren geplant. Zunächst werden Online-Anwendungen und zen­trale Vorlagen umgestellt. Die Außenbe­schilderung auf dem weitläufigen Kli­nikumsgelände folgt später. In einem weiteren Projekt ist zudem eine grund­legende Überarbeitung der Website vorgesehen. So wird das alte Erscheinungsbild noch eine Zeit lang neben dem neuen zu sehen sein. Nach und nach aber soll eine gemeinsame visuelle Sprache ent­stehen, die den Wandel des Klinikums begleitet. Und genau darin liegt der eigentliche Anspruch des Projekts: Das neue Corporate Design soll sichtbar machen, was das UKW heute sein will – ein eng vernetzter Ort von Krankenversorgung, Forschung und Lehre, regional ver­wurzelt, mit Verantwortung für seine Region zugleich mit großer Strahlkraft weit über Würzburg hinaus. Oder, wie es das Selbstverständnis des Klinikums auf den kürzesten Nenner bringt: „Dem Menschen verpflichtet“. Wandel braucht Zeit Wenn sich nach über 20 Jahren vor allem optisch einiges ändert, braucht das vor allem eins: Zeit. Nicht nur in der Umsetzung, sondern auch in der Akzep­tanz. Solche grundlegenden Veränder­ungen benötigen Offenheit, Geduld und einen konstruktiven Austausch. Unter­schiedliche Sichtweisen gehören dazu. Entscheidend ist, miteinander im Ge­spräch zu bleiben und gemeinsam gute Lösungen zu finden. Ein Prozess, in dem sichtbar wird, dass ein „Für­einan­der“ mit gegenseitigem Verständnis auch hier für einen gemeinsamen Erfolg entscheiden ist.

Die neue Farbpalette Zum neuen Corporate Design gehört auch eine neu definierte Farbpalette. Primär-farbe ist ein Dunkelblau, das für Verantwortung und Exzellenz steht. Hinzu kommen die Sekundärfarben Blau, Rot, Beige und Grün. Sie beleben die Farbgebung. Ergänzt werden sie durch Akzentfarben innerhalb des jeweiligen Farbspektrums, also hellere oder dunklere Blau-, Rot-, Beige- oder Grüntöne. Insgesamt besteht die Farbpalette aus 16 Farben.

Zur Typografie Die Hauptschrift des UKW ist die serifenlose Schrift „Messina Sans“. Akzente können mit der Serifenschrift „Martina Plantijn“ gesetzt werden. Unter Serifen versteht man kurze, dünne, horizontale Linien auf Buchstaben und Zeichen. Nach dem Willen der Entwickler verbindet der Schriftmix die technische Klarheit von „Messina Sans“ mit dem humanistischen Anspruch und dem wissenschaftlichen Charakter von „Martina Plantijn“. Als Office-Schrift fungiert die klare Schriftart Arial, die sich sehr gut für die zahlreichen unterschiedlichen IT-Systeme, die innerhalb der Klinik Anwendung finden, eignet.

Bilder: Thomas Berberich

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