Abschied von der Neurochirurgischen Klinik

Nach 17 Jahren verabschiedet sich Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus Ende September 2026 vom Amt des Direktors der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des UKW. Auch als Stell­vertretender Ärztlicher Direktor gestaltete er zehn Jahre lang den Kurs des Universitätsklinikums mit.

Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus beendet Ende September dieses Jahres seine Tätigkeit als Direktor der Neuro­chirur­gischen Klinik des UKW.

Abschied von der Neurochirurgischen Klinik

Nach 17 Jahren verab­schie­det sich Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus Ende September 2026 vom Amt des Direktors der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik des UKW. Auch als Stell­vertretender Ärztlicher Direktor gestaltete er zehn Jahre lang den Kurs des Universitätsklinikums mit.

Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus beendet Ende September dieses Jahres seine Tätigkeit als Direktor der Neuro­chirur­gischen Klinik des UKW.

Prof. Dr. Ralf-Ingo Ernestus (Jahrgang 1959) trat im Jahr 2009 die Nachfolge von Prof. Dr. Klaus Roosen als Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poli­klinik am UKW an. Von 2016 bis 2025 war er zudem als Stellvertretender Ärzt­licher Direktor Vorstandsmitglied des Würzburger Uniklinikums. Ende Sep­tem­ber dieses Jahres scheidet er aus dem Amt des Klinikdirektors aus. Der Würzburger Universitäts­medizin bleibt er allerdings erhalten: Als Senior­profes­sor wird er sein Wissen und seine Erfahr­ung an die Studierenden in ver­schiedenen Abschnitten des Medi­zin­­­studiums weitergeben. Fortschritt, Vernetzung und Entscheidungsfindung Beim fachlichen Rückblick auf seine 17 Jahre am UKW sind für Prof. Ernestus vor allem die großen Fortschritte in der Neuroonkologie bemerkenswert – so­wohl apparativ-technisch als auch orga­ni­satorisch. „Die bildgebende Diagnostik und die OP-Methoden wurden und wer­den immer präziser. Hier profitieren die Patientinnen und Patienten in hohem Maß von unserer Zusammenarbeit mit der Neuro­radiologie innerhalb der Kopf­klinik, aber auch mit vielen weiteren benachbarten Fachdisziplinen“, berich­tet der Professor. Gleichzeitig sei es ge­lungen, Strukturen aufzubauen, die auch weit in die Region wirken. „2009 gab es noch kein Comprehensive Cancer Center Mainfranken und kein Nationales Zentrum für Tumorer­kran­kung­en in Würzburg. Zu dieser erfolg­reichen Ent­wicklung in der Onkologie konnten auch wir mit der Neurochirurgie unseren Teil beitragen“, zeigt sich Prof. Ernestus zufrieden. Ein aus seiner Sicht weiterer Fortschritt der letzten Jahre: Mit der Gründung des Neurovaskulären Netzwerks Unterfranken im Jahr 2023 wurde auch die Versorgung von Not­fällen im Zusammenhang mit Erkran­kung­en der Hirngefäße gestärkt. Neben den Fortschritten in der Patien­ten­versorgung war und ist ihm ein weiterer Aspekt besonders wichtig: „In der Neurochirurgie müssen wir zum Teil sehr schnell Entscheidungen treffen und diese umsetzen. Das gelingt nur mit klarer und vertrauensvoller Kommuni­kation im Team, damit alle nötigen Infor­ma­tionen in die Entscheidungen ein­fließen“, erläutert die scheidende Führungs­kraft und fährt fort: „Mein Ziel war es immer, eine offene Kommuni­kation im Team zu fördern und auch jüngere Kolleginnen und Kollegen schnell zu integrieren.“ Diesen Aspekt will Prof. ­Ernestus künftig auch den Würzburger Medizinstudierenden im Rahmen eines Coaching-Angebots sei­ner Seniorprofessur vermitteln. Außer­dem ist geplant, dass er sich in Zukunft verstärkt mit dem Einfluss von Künst­licher Intelligenz auf die medizinische Entscheidungsfindung beschäftigen wird, was auch die Beratung des Klinikumsvorstands zu diesem Themen­kreis einschließt. Corona, KEL und Kommunikation Entscheidungsfindung unter großem Zeitdruck: Das prägte auch die Zeit der Corona-Pandemie. In dieser Zeit war der Neurochirurg Mitglied im Führungs­stab der Klinikumseinsatzleitung (KEL) am UKW. „Das war eine enorme Heraus­forderung mit anfangs täglichen Krisensitzungen. Teilweise gab es mehrmals täglich neue Verordnungen und Erkenntnisse, an denen wir die Versorgung am UKW ausrichten mussten. Dies ist uns gelungen, weil wir ver­­schiedene Fach­disziplinen und Expertisen verknüpfen konnten“, er­innert sich Prof. Ernestus. Unter seiner Federführung entstand dabei auch der interne UKW-Newsletter, den er zudem redak­tionell verantwortete. Stand dieser Newsletter zunächst im Zeichen der Pandemie, ist er auch heute noch ein wichtiges internes Informationsmedium des UKW. Der Klinikumsvorstand dankt Prof. Ernestus für seine großen Verdienste um die Würzburger Universitätsmedizin. Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW, betont: „Viele Patientinnen und Patienten haben von seinem Können und seinem Wissen enorm profitiert, nicht nur am UKW, sondern auch durch die von ihm initiierten Versorgungs­netzwerke in der Region. Als Stell­ver­tretender Ärztlicher ­Direktor des UKW erwarb er sich bleibende Verdienste für die Universitätsmedizin durch seine Weitsicht, sein Engagement und die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen.“ Mit Wehmut und offen für neue Perspektiven Von zahlreichen Patientinnen und Patien­ten, die er über Jahre im Rahmen der Nachsorge betreute, hat sich Prof. Ernestus in den vergangenen Wochen schon verabschiedet. Auch so manche Gremiensitzung war für ihn die letzte als Klinikdirektor. „Da ist natürlich Wehmut ­dabei. Die Arbeit als Arzt mit den Patientinnen und ­Patienten sowie im Team mit den Mitarbeitenden wird mir fehlen, ganz klar“, bedauert der Mediziner. Gleich­zeitig betont er offen: „Die Verant­wortung und auch den Druck einer Klinikleitung abzugeben – das wird sicher ein Stück weit entlasten, vor allem aber auch Perspek­tiven für neue Dinge eröffnen.“ Pläne für die Zukunft ­neben der Seniorprofessur hat er schon. Dazu zählen Reisen, ein stärkeres ehrenamtliches Engagement und sein Hobby, die Fotografie.

Neue Stabsstelle Strategie- und Organisations­entwicklung

Die Leitung der StSOE übernimmt Dr. Philipp Feldle, der Referent des Ärztlichen Direktors, zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben.

Krankenhausreform, Fachkräftemangel, Digitalisierung – die Rahmen­beding­ungen im Gesundheitswesen ver­ändern sich immer schneller. Der Klinikums­vor­stand will den Fokus zukünftig noch stärker auf die strate­gische Steuerung des UKW legen und hat deshalb im Juni dieses Jahres die Stabsstelle Strategie- und Organisa­tions­entwicklung (StSOE) eingerichtet. Ihr Auftrag: den klinikumsweiten Strate­gie­prozess zu organisieren und zu steuern, gemeinsam mit den ­Kliniken, Zentren und Querschnittsbereichen Ent­wicklungsfelder zu definieren sowie strategische Ziele in konkrete Er­geb­nisse zu überführen. Strategie entsteht dabei nicht am Schreibtisch, sondern im Dialog mit denen, die das Klinikum täglich tragen.

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