VOLLE FAHRT VORAUS ZUM AUSBILDUNGS­PLATZ

Das AzubiShuttle Rhön-Grabfeld bringt Azubis zu Ihrer Ausbildungsstätte

Viele Azubis kennen das Problem, dass sie gerne eine Ausbildung anfangen wollen, aber nicht wissen, wie sie Ihren Ausbildungsplatz erreichen sollen. Denn wie viele Azubis haben zu Beginn der Ausbildung schon einen Führerschein, geschweige denn ein Auto? Genau aus diesem Grund bietet der Landkreis erstmalig zum Ausbildungsstart im September 2020 das AzubiShuttle an. Mit diesem Angebot können Auszubildende ab sofort alle Orte und Ausbildungsbetriebe in Rhön- Grabfeld erreichen. Die zunächst vier eigens angeschafften Kleintransporter befördern die Auszubildenden auf individuell angepassten Routen in ihre jeweiligen Lehrbetriebe. Die Spielregeln dabei sind einfach: Ausbildungsbetriebe und Auszubildende müssen in einer Pendelbeziehung stehen, die sich mit dem bereits existierenden ÖPNV-Plan nicht abbilden lässt. Die Auszubildenden buchen ein Jahresticket, welches auf das Lehrjahr bezogen ist. Die Kosten liegen hierfür bei monatlich 44 € für die einfache Fahrt und bei 66 €, wenn auch eine Rückfahrt mit dem AzubiShuttle gewünscht wird.

V.l.n.r.: Kreishandwerksmeister Bruno Werner, Handwerkskammerpräsident Walter Heußlein, Obermeister Metallinnung Bad Kissingen | Rhön-Grabfeld, Klaus Engelmann, Auszubildende Katharina Gorbach, Jutta Engelmann und Landrat Thomas Habermann

„Mit dem AzubiShuttle wollen wir Pionierarbeit in der Organisation des ÖPNV leisten, denn dieses Projekt ist aktuell bundesweit einmalig. Wir wollen den Auszubildenden die Anfahrt zu den Ausbildungsbetrieben in den mit dem öffentlichen Nahverkehr nur schwer erreichbaren Orten ermöglichen. Ich freue mich sehr, dass wir die heimischen Unternehmen mit dem AzubiShuttle bei der Nachwuchsgewinnung unterstützen können“, so Landrat Thomas Habermann. Auf Nachfrage bei den Azubis sagte eine junge Auszubildende aus Aub: Nur durch das AzubiShuttle könnte sie ihre Ausbildung in einem Metallbaubetrieb in Wollbach antreten. Ohne das AzubiShuttle hätten ihre Eltern täglich über 120 km mit dem Auto zurücklegen müssen, denn die einfache Strecke zwischen Aub und Wollbach beträgt 30 km. Da die Auszubildenden in den unterschiedlichsten Ortschaften im Landkreis wohnen, wie beispielsweise Rappershausen, Irmelshausen, Salz, Kleinbardorf, Alsleben, Eyershausen, Neustädles, Mühlfeld, Ostheim, Aub, Unsleben und Sandberg, war die Organisation und die Erstellung der Fahrpläne alles andere als einfach. Der Nahverkehrsbeauftrage des Landkreises Ronald Ziegler erarbeitete Routen und Zeitpläne, die alle jungen Fahrgäste pünktlich zum Arbeitsbeginn in ihren Lehrstätten ankommen lassen. Gefördert wird das AzubiShuttle durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Im Rahmen des Förderprogramms „LandMobil – unterwegs in ländlichen Räumen“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erhielt der Landkreis im Mai 2020 einen Förderbescheid in Höhe von 170.546,08 Euro. Mittels dieses Projektes unterstützt das BMEL beispielhafte Projekte, die die Mobilität von Menschen in ländlichen Räumen verbessert und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Teilhabe und Daseinsvorsorge leisten. Das Förderprojekt ist zunächst bis zum 31.07.2022 befristet. Bei Erfolg ist aber eine Verlängerung angedacht. Das AzubiShuttle wird sehr gut angenommen; für das aktuelle Lehrjahr sind die Plätze bereits ausgebucht. Ebenso kann man als ersten Erfolg festhalten, dass Rhön-Grabfeld der einzige Landkreis in Unterfanken ist, der heuer keine deutliche Reduktion der Auszubildenden im Handwerksbereich zu verzeichnen hat, sondern sogar einen Anstieg der besetzten Lehrstellen vermelden kann. Auszubildende oder Ausbildungsbetriebe mit Interesse am AzubiShuttle können sich gerne an Ronald Ziegler, den Nahverkehrsbeauftragen des Landkreises Rhön-Grabfeld wenden. Herrn Ziegler erreichen Sie telefonisch unter 09771/94-319 oder via E-Mail Ronald.Ziegler@rhoen-grabfeld.de .

Julia Weber, Fotos: © ehrenberg-bilder - stock.adobe.com, ©Julia Weber, Grafik ©Sabine Steinmüller