FAIRER LANDKREIS RHÖN-GRABFELD?

Die erste Hürde zum Fairtrade Landkreis ist geschafft

Als Öko-Modellregion hat der Landkreis Rhön-Grabfeld die Weichen für eine Erhöhung der Produktion und des Konsums von Bio-Lebensmitteln und Bio-Gütern gestellt. Thematisch begleitet die Öko-Modellregion die Unterstützung des fairen Handels. Bereits heute bieten viele Einzelhändler und Gastronomiebetriebe im Landkreis Produkte aus fairem Handel an. Um dieses Engagement zu unterstützen und weiter voran zu treiben, strebt nun der Landkreis Rhön-Grabfeld das Ziel an, der Fairtrade-Initiative beizutreten und sich als Fairtrade-Landkreis zertifizieren zu lassen. Am 07.11.2020 wurde dies in der Ausschusssitzung für Wirtschaft, Verkehr, Kultur und Tourismus einstimmig beschlossen. Die Landkreisverwaltung verpflichtete sich ebenso, künftig bei allen gremialen Sitzungen und Veranstaltungen im Landratsamt Fairtrade-Kaffee auszuschenken, sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel zu verwenden.

WAS BEDEUTET FAIRTRADE UND WARUM IST ES SO WICHTIG?

Stabile Mindestpreise, eine zusätzliche Fairtrade-Prämie zum Produktpreis, Umwelt- und Klimaschutz, Verbot von Kinderarbeit, soziale Arbeitsbedingungen, Verbot von Gentechnik und die Organisation in Kooperativen sind die Leitkriterien des globalen Nachhaltigkeitssytems. „Die Zielsetzung des Fairtrade-Gedankens darf nicht sein, sich nur auf das Produkt Fairtrade-Kaffee zu beschränken, sondern stattdessen auf verschiedene Produktgruppen, wie beispielsweise Fairtrade-Jeans oder fair gehandelte Bälle, welche von den Sportvereinen genutzt werden, zu übertragen“, so Kreisrat Karl Breitenbücher in der Ausschusssitzung.

FÜNF KRITERIEN MÜSSEN ERFÜLLT WERDEN. WAS BEDEUTET DAS FÜR UNSERE #eimat?

Der letzte der fünf Meilensteinen ist die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.Hier müssen mindestens vier Medienberichte über unternommene Aktivitäten auf dem Weg zum Fairtrade Landkreis vorliegen.

WIE SCHAUT FAIRTRADE IN UNTERFRANKEN AUS?

In ganz Bayern gibt es bisher achtzehn zertifizierte Landkreise, davon alleine sechs aus Unterfranken. Der Bezirk Unterfranken bewirbt sich sogar als erster Bezirk für eine ­„Fairtrade-Region“. Mit regelmäßigen ­Vernetzungstreffen und gemeinsamen Aktionen wie beispielsweise „Unterfranken spielt/schenkt fair“ wird der Fairtrade-Gedanke gestärkt und weiter ausgebaut. Weitere Informationen rund um das Thema „Fairtrade“ finden Sie unter www.fairtrade-towns.de.

Julia Weber, Fotos: ©Simone Schuldis - ­stock.adobe.com, ©christian vinces - stock.adobe.com, Schaugrafiken ©www-faortrade-towns.de

WAS FAIRTRADE MACHT

KLEINBÄUERINNEN UND KLEINBAUERN STÄRKEN

Rund 1,5 Milliarden Menschen leben weltweit in kleinbäuerlichen Haushalten. Sie haben auf dem Weltmarkt eine schwache Position, obwohl sie einen Großteil der weltweit konsumierten Nahrungsmittel produzieren. Fairtrade gibt ihnen eine Stimme.

KLIMAWANDEL BEWEGT

Um dem Klimawandel langfristig entgegenzuwirken, baut Fair­trade auf zwei Säulen: Die Menge der Treibhausgasemissionen reduzieren und Produzentenorganisationen bei der Anpassung an die Auswirkungen von Klimaveränderungen unterstützen.

KINDERRECHTE STÄRKEN

Weltweit gibt es rund 150 Millionen Kinderarbeiter zwischen fünf und 17 Jahren. Bei Fairtrade ist ausbeuterische Kinderarbeit sowie Zwangsarbeit verboten. Fairtrade setzt sich dafür ein, dass Kinder eine angemessene Schulbildung erhalten.

GESCHLECHTER-GERECHTIGKEIT FÖRDERN

Fairtrade unterstützt Frauen dabei, in ihren Organisationen eine stärkere Position einzunehmen und fördert ihre gleichberechtigte Teilhabe. Dies geschieht beispielsweise mittels speziell an Frauen gerichteten Schulungen und Projekten.

ARBEITERRECHTE SICHERN

Fairtrade unterstützt Arbeiter im globalen Süden unter anderem dabei, sich ihrer Rechte bewusst zu werden und sich gewerkschaftlich zu organisieren, um so die eigene Position sowie Teilhabe an Ent-scheidungsprozessen zu stärken.