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SÜD-BAYERN

Anbaujahr 2026

Wie lange reicht das Wasser?

Zahlreiche Zikaden trotz Insektizidzulassung – deutliche Ausbreitung des Befallsgebiets

Fast 40 Grad zeigte das Thermometer am letzten Juni-Wochenende. Wo die Wasser­versorgung noch gut war, welkten die Rüben unter der Hitze nur etwas ab. Bei Wasser­mangel berührten die Blätter den Boden – Hitze­schäden sind dann unvermeidbar. FOTOS (2): Stephan Steinberger

Fast 40 Grad zeigte das Thermometer am letzten Juni-Wochenende. Wo die Wasser­versorgung noch gut war, welkten die Rüben unter der Hitze nur etwas ab. Bei Wasser­mangel berührten die Blätter den Boden – Hitze­schäden sind dann unvermeidbar. FOTOS (2): Stephan Steinberger

Anbaujahr 2026

Wie lange reicht das Wasser?

Zahlreiche Zikaden trotz Insektizidzulassung – deutliche Ausbreitung des Befallsgebiets

Von Stephan Steinberger, Verband bayerischer Zuckerrübenanbauer e.V. Sehr trocken kamen die Rübenflächen schon aus dem Winter. Nicht überall war das Wasser der Schneeschmelze für den Boden nutzbar, da dieser oft noch gefroren war. Die Schläge für Rüben – wie auch für Mais und Kartoffeln – wurden teils recht früh bestellt. Viele Landwirte fürchteten, dass die Pillen ansonsten im staubtrockenen Boden liegen müssten.

Höhere Herbizidmengen nötig

Die Monate April und Mai blieben zum Glück frei von Spätfrösten, bis auf wenige Ausnahmen allerdings auch niederschlagsarm. Für den Feldaufgang reichte das Bodenwasser noch aus. Wo die Grundbodenbearbeitung erst spät erfolgte, war die Rückverfestigung oftmals zu gering, sodass die Rüben lange Zeit Wachstumsdepressionen erlitten.

Bei der Unkrautbekämpfung mussten höhere blattaktive Mengen eingesetzt werden, um eine gute Wirkung zu erreichen. Dennoch blieben der weiße Gänsefuß und Amarant oftmals übrig. Lücken, die durch das Fehlen von Debut entstanden sind, zeigten sich deutlich. Mit Rinpode konnte allerdings auch im Nachgang noch einiges bereinigt werden. Den Rüben war der Einsatz dieser „üblichen“ Herbizide oft deutlich anzusehen. Auffällig besser verkrafteten die Conviso-Rüben die Herbizid­behandlung.

Während Mäusefraß und Schnecken kaum auftraten, erschienen mit den Keimblättern fast gleichzeitig auch die ersten Erdflöhe. Kleine runde Fraßstellen auf der Blattoberfläche sind ihr Markenzeichen.

Läuse waren ebenfalls recht häufig zu finden, allerdings nicht einheitlich verteilt. Da fast gleichzeitig auch Marienkäfer auftraten und schon im Mai Temperaturen von 30 Grad vorhergesagt wurden, erfolgte die Bekämpfung spätestens mit der ersten Maßnahme gegen Zikaden.

Hohe Temperaturen begünstigten den diesjährigen frühen Ausflug der Schilf-Glasflügelzikade.

Frühes Zikadenauftreten

Die ersten Schilf-Glasflügelzikaden wurden schon ab Mitte Mai gefunden. Mit den hohen Temperaturen in diesem Monat kam es zu einem intensiven Ausflug von Zikaden. Daraufhin erhielten auch unmittelbar die betroffenen Landkreise einen Warnaufruf, um folglich auch die Notfallzulassungen einsetzen zu dürfen.

Die Hoffnung, dass diese erste Welle schon das Hauptauftreten sein würde, bestätigte sich leider nicht. Eine zweite Hitzewelle ab dem 20. Juni ließ das Zikadenaufkommen deutlich ansteigen. Die Fangzahlen waren in dieser zweiten Welle um ein Vielfaches höher als in der ersten. Bei den Notfallzulassungen stand das gleiche Wirkungsspektrum zur Verfügung wie im Vorjahr, allerdings mit einer deutlich größeren Produktauswahl. Die Auflagen zur Ausbringung der Insektizide waren teils strenger als im Jahr zuvor.

Weniger Kupfermittel

Das Blattkrankheitenmonitoring startete am 22. Juni mit ersten Funden. Bereits eine Woche später wurden große Teile des Einzugsgebietes bewarnt. Im Gegensatz zum Zikaden-Aufruf wird hier nur ein Kontrollaufruf versandt, der zur selbständigen Bonitur der eigenen Flächen auffordert.

Die Auswahl bei den prothioconazol-haltigen Mitteln wurde etwas größer. Zusätzlich wurde noch Univoq per Notfallzulassung erlaubt. Da es aber bei den kupferhaltigen Kontaktfungiziden erste reguläre Zulassungen gab, waren bei Spritzstart keine Notfallzulassungen in diesem Bereich ausgesprochen.


Stephan Steinberger Verband bayerischer Zuckerrübenanbauer e.V.


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