Verband
Cercospora-Strategie
Von Stephan Steinberger, Verband bayerischer Zuckerrübenanbauer e.V.
Die Blattkrankheiten – allen voran Cercospora – verursachten in den letzten Jahren teilweise ähnlich hohe Ertragseinbußen wie SBR. Mit dem Erstauftreten Ende Juni ist auch dieses Jahr erneut der Grundstein für eine rasche Ausbreitung gelegt. Infektionen finden bei Temperaturen über 20 bis 25 Grad statt, wenn Feuchtigkeit vorhanden ist. Hier reicht oftmals Taubildung aus, weshalb sich Schläge in Senken und auf Kuppen deutlich unterscheiden können. Eine eigene Feldkontrolle ist daher für eine termingenaue Behandlung zwingend erforderlich.
Dazu wird von 100 Blättern aus der mittleren Blattetage der Befall mit Cercospora, Ramularia, Mehltau und Rost gezählt. Ab fünf Prozent befallener Blätter ist die Schadschwelle erreicht.
Empfehlung zur Cercospora-Behandlung – kurz und bündig:
- Bei Erreichen der Behandlungsschwelle unverzüglich Erstbehandlung durchführen
- Starke Fungizide mit voller Aufwandmenge einsetzen; die Kombination mit kupferhaltigen Kontaktfungiziden verbessert die Wirkung deutlich
- Wasseraufwandmenge 300-400 l/ha
- Netzmittel (z.B. Dash, Kantor, etc.) können den Wirkungsgrad bei schwierigen Umständen erhöhen
- Nur vitale Bestände nehmen Wirkstoff gut auf
- Spritzung morgens bei leichtem Tau oder spät abends; Temperaturen unter 25 Grad ausnutzen
- Kontaktfungizide erst nach Regen/Beregnung ausbringen, sonst droht Wirkungsverlust durch Abwaschung; nicht zu spät nach Regen, da die Kurativleistungen gering sind
- Folgebehandlung nach zirka drei Wochen mit Wirkstoffwechsel einplanen
