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ZAZIkI zur Zuckerrübe
Erforschung nachhaltiger und innovativer Anbausysteme
Die Strip-Till-Maschine mit einem Tank für Dünger bearbeitet einen Streifen und legt bei Bedarf diesen als Unterfußdüngung ab. Abschließend werden die Rübenpillen in den bearbeiteten Streifen abgelegt. FOTO: Christian Beyer
Die Strip-Till-Maschine mit einem Tank für Dünger bearbeitet einen Streifen und legt bei Bedarf diesen als Unterfußdüngung ab. Abschließend werden die Rübenpillen in den bearbeiteten Streifen abgelegt. FOTO: Christian Beyer
ZAZIkI zur Zuckerrübe
Erforschung nachhaltiger und innovativer Anbausysteme
Von Christian Beyer, Geschäftsführer Verband Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V. Das Akronym ZAZIkI steht für „Zukunftsfähige Anbausysteme Zuckerrübe – Innovation und künstliche Intelligenz“. Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt eines Forschungsvorhabens zur Etablierung einer Modellregion für eine digitalisierte, klimaneutrale und wettbewerbsfähige Bioökonomie. Die Modellregion entsteht im südlichen Sachsen-Anhalt, einer besonders durch den Kohleausstieg betroffenen Region im mitteldeutschen Braunkohlerevier. Ziel dieser Projekte ist es, Potenziale für pflanzenbasierte Wertschöpfungsketten mit einer möglichst großen Tiefe zu ermitteln. Letztlich soll eine Bioökonomie in der Region etabliert werden, um einen Strukturwandel statt eines -zerfalls zu ermöglichen. Die aktuell fossile Wirtschaft auf Basis der Energie aus Braunkohle soll sich zu einer nachhaltigen pflanzenbasierten Wirtschaft entwickeln und weiterhin gut bezahlte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.
Die Südzucker AG betreibt mit der Zuckerfabrik, der Weizenstärkeanlage und der Ethanol-Anlage am Standort Zeitz bereits mehrere „Bioraffinerien“ im Sinne der Idee einer Bioökonomie. Die ersten Schritte zur Vertiefung dieser Wertschöpfungsketten wurden mit dem Bau der Ethylacetat-Anlage und der Biogasanlage Zeitz bereits eingeleitet. Aus landwirtschaftlicher Sicht bieten diese Entwicklungen einige Chancen für die Vermarktung der pflanzlichen Rohstoffe. Ob die geplante Transformation letztlich erfolgreich sein wird, muss sich zeigen. Aus heutiger Sicht sind diese nachhaltigen Ansätze stark von politischen Entscheidungen abhängig.
Im Projektteil ZAZIkI werden auf Praxisschlägen Versuche mit dem Zuckerrübenanbau im Streifenbearbeitungsverfahren durchgeführt. Dabei werden Bodenbearbeitung in einem schmalen Streifen sowie die Aussaat in einer Überfahrt mit einer Strip-Till-Maschine durchgeführt. Der geringere Anteil bearbeiteter Fläche soll Energie und Wasser sparen. Vor dem Zuckerrübenbau wird die Aussaat von Zwischenfrüchten per Drohne in der Getreidevorfrucht erprobt. Drohnen werden im Projekt ebenfalls für die Ermittlung des Pflanzenzustandes und daraus abzuleitender Maßnahmen eingesetzt. Erste Ergebnisse zeigen Tendenzen, dass die erhofften Effekte hinsichtlich einer höheren Wassereffizienz sowie der Einsparung von Energie und insgesamt geringerer Emissionen zutreffen. Allerdings zeigen die Praxisschläge auch neue He-rausforderungen durch eine schwierigere Unkrautkontrolle und unregelmäßigere Feldaufgänge. Ein klares Bild wird nach Abschluss des zweiten Versuchsjahres vorliegen.

Christian Beyer, Geschäftsführer Verband Sächsisch-Thüringischer Zuckerrübenanbauer e.V.
