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Schlafende Rübenbestände zeigten sich in der letzten Juniwoche während der Hitzeperiode regional auch in der Wetterau. FOTO: Hahn

Zwischenbilanz der Vegetation in der Wetterau

Gute Bestände nach Aussaat etabliert

Trockenheit und Zikaden prägen die Frühsommermonate

Schlafende Rübenbestände zeigten sich in der letzten Juniwoche während der Hitzeperiode regional auch in der Wetterau. FOTO: Hahn

Zwischenbilanz der Vegetation in der Wetterau

Gute Bestände nach Aussaat etabliert

Trockenheit und Zikaden prägen die Frühsommermonate

Von Marie-Christin Mayer Geschäftsführerin des Verbandes Wetterauer Zuckerrübenanbauer

Nach einem insgesamt eher trockenen Winter starteten die Zuckerrübenbestände in der Wetterau vielerorts unter günstigen Bedingungen in die neue Vegetationsperiode. Niederschläge im April und Mai sorgten regional für eine ausreichende Wasserversorgung und ermöglichten ein zügiges Auflaufen der Bestände. Die Jugendentwicklung verlief überwiegend gleichmäßig. Besonders auf besseren Standorten konnten sich früh dichte Bestände etablieren. Dank eines guten Auflaufs und guter Niederschläge entwickelte sich so bis in den Juni hinein ein stabiler und üppiger Blattapparat. Insgesamt präsentierten sich die Zuckerrübenbestände in einem guten Zustand. Für das Verbandsgebiet standen aufgrund der Entwicklung schon frühzeitig erste Herbizidmaßnahmen an. Diese konnten zumeist passend gesetzt werden, auch wenn aufgrund der Trockenheit im April die Wirkung regional eingeschränkt wurde.

Hitze und Trockenstress prägen den Juni

Mit Juni-Beginn verschärfte sich die Situation durch eine ausgeprägte Hitze- und Trockenperiode deutlich. Trockenstress zeigte sich auf leichteren Standorten aber auch bis über das Wetterauer Verbandsgebiet hinaus. Gerade in der 26. Kalenderwoche haben Temperaturen bis 38 Grad den Kulturen regional zugesetzt. Regional zeigte der Mais Blätterrollen und Weizenbestände reiften stetig. Auch begann in den letzten Junitagen die Wintergerstenernte im Verbandsgebiet und damit noch früher als in den vergangenen Jahren.

Bei den Zuckerrüben äußerte sich die Trockenheit Ende Juni mancherorts durch schlafende Bestände, bei denen die Blätter flach auf dem Boden lagen. In anderen Anbauregionen des Verbandsgebiets blieben die Bestände noch vital. Erst eine anhaltende Trockenheit kann den Blattapparat nachhaltig schädigen und damit das Ertragspotenzial beeinträchtigen, daher muss der weitere Witterungsverlauf des Sommers abgewartet werden. Eine extreme Wetterlage zeigte sich kleinräumig im Anbaugebiet Limburg-Weilburg. Dort kam es aufgrund eines Unwetters zu massiven Hagelschäden.

Zikadenmonitoring: Steigende Fangzahlen und Handlungsdruck

Parallel zur Witterungsentwicklung bleiben die Schilf-Glasflügelzikaden und ihre übertragenen Krankheiten die zentralen Themen für die Anbauer. Das Monitoring erfolgt flächendeckend über zahlreiche Standorte und zeigt weiterhin eine hohe Dynamik. In der 20. Kalenderwoche startete das Monitoring in der Wetterau. Bis Mitte Juni zeigten die meisten Standorte sehr geringe Fangzahlen. Lediglich im Süden des Verbandsgebiets lagen die Zahlen Anfang Juni über zehn Zikaden. Ende Mai kam der Warnaufruf für die Hot-Spot-Regionen zur Behandlung mit Insektiziden. Auch für die meisten Übergangsregionen des Wetterauer Verbandsgebiets erfolgte im Zuge des ersten Zuflugs ein Warnaufruf am 3. Juni.

Nach einem zunächst sehr geringen Flug aufgrund der kühlen und nassen Witterung in den ersten Junitagen, zeigte sich ab der 25. Kalenderwoche mit einsetzender Trockenheit und Hitze eine Zunahme der Flugaktivität. Die Zahlen an den meisten Monitoringstandorten bestätigten dies. Vereinzelt hatten Anbauer bereits zu einem frühen Zeitpunkt die erste Behandlung gesetzt, um zwischen den heißen Tagen der 25. und 26. Kalenderwoche eine erste oder zweite Behandlung durchzuführen.

Behandlungen unter warmen Bedingungen

Die Bekämpfung der Zikaden bleibt auch in diesem Jahr in der Übergangsregion ein Baustein zur Sicherung der Qualitäten und Erträge. Unter hohen Temperaturen ergaben sich jedoch besondere Herausforderungen für die Wirksamkeit der Insektizide, und die Anbauer waren verunsichert. So kann es bei Temperaturen über 25 Grad zu einer schnelleren Verstoffwechselung der Wirkstoffe durch die Schädlinge kommen, wodurch die unmittelbare Wirkung reduziert wird. In der Praxis haben Anbauer daher die Behandlungen bevorzugt in den Nacht- oder frühen Morgenstunden durchgeführt. Behandlungsintervalle konnten aufgrund der schnell wechselnden Witterung nicht immer eingehalten werden.

Auch weiterhin geben in den kommenden Wochen die Monitoringergebnisse Aufschluss über die Flugaktivitäten der Zikade. Es wird maßgeblich sein, wie sich die Witterung weiterentwickelt und inwieweit die eingeleiteten Pflanzenschutzmaßnahmen ihre Wirkung entfalten können. Entsprechend bleibt eine enge Beobachtung der Bestände sowie eine flexible Anpassung der Maßnahmen unerlässlich. Auch das Cercospora-Monitoring rückt damit in den kommenden Wochen in den Fokus. Ende Juni konnte an den Beobachtungsstandorten im Verbandsgebiet noch kein Befall festgestellt werden.

Kontrahierungsveranstaltung Anfang Juni

Ein wichtiger Termin für die Anbauer war zudem die Kontrahierungsveranstaltung des Verbands Anfang Juni. Die Veranstaltung fand am 3. Juni in Kaichen statt und bot den Betrieben die Möglichkeit, sich über die Rahmenbedingungen des kommenden Anbaujahrs zu informieren sowie ihre Anbauplanung entsprechend auszurichten.

Im Mittelpunkt standen dabei Fragen zur zukünftigen Preisgestaltung, zu Kostenentwicklungen und zur weiteren Entwicklung des Rübenanbaus in der Region. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Anbau weiterhin unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen erfolgt – sowohl durch die Witterung als auch durch steigende Anforderungen im Pflanzenschutz und die zunehmende Bedeutung von Schaderregern wie der Zikade.

Verband Wetterau

Marie-Christin Mayer Geschäftsführerin des Verbandes Wetterauer Zuckerrübenanbauer


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