Kirchen im Landkreis

ORTSBILDPRÄGENDE ANZIEHUNGSPUNKTE

Kath. Kirche im Giebelstädter Ortsteil Ingolstadt (innen und außen). Typische Landkirche Balthasar

Neumanns mit Rokoko-Hochaltar von Johann Georg Auwera.

Evang.-Luth. Kirche St. Bartholomäus, Uettingen. Im Barockstil errichtet mit Ergänzungen aus der Rokokozeit.

Herausragende Kirchtürme, einer schöner und prunkvoller als der nächste, strecken sich weit über die Dächer der Landkreis-Gemeinden hinaus in Richtung Himmel. Nichts schmückt und prägt unsere Ortsbilder so sehr wie die Kirchen. Sie sind Orientierungspunkt, Rückzugsort, heiliger Raum und imposantes Bauwerk zugleich. So auch im Landkreis Würzburg. In nahezu jeder Ortschaft befindet sich mindestens eine Kirche oder Kapelle, welche ihre ganz eigene Geschichte erzählt. Von architektonischen Highlights, erbaut und geprägt von Balthasar Neumann, über imposante Deckenfresken von Materno Bossi, von prachtvollen Klöstern bis hin zu kleinen Kapellen: die Landkreis- Kirchen sind so vielfältig wie die Gemeinden, die sie repräsentieren. Und egal ob katholische oder evangelischlutherische Kirchen: ihre Bauwerke, ihre faszinierende Ausstrahlung und die Geschichten, die sie erzählen, machen sie zu einem ganz besonderen Anziehungspunkt.

Kath. Pfarrkirche St. Michael (alt), Kirchheim. 1701 bis 1703 erbaut unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau. Ab 1790 stattete der Würzburger Hofstuckateur Materno Bossi die Kirche mit einem Stuckrelief im klassizistischen Stil aus.

Jüdischer Friedhof in Allersheim. Die letzte auf dem Friedhof durchgeführte Bestattung war die von Otto Mannheimer im Jahr 1967.

Misrach – Symbol

für Osten. 18. Jh.

Aus der Genisa

Veitshöchheim.

Spuren jüdischer Geschichte

Der Jüdische Friedhof in Allersheim, die ehemalige Synagoge und Kreisgedenkstätte in Gaukönigshofen, die israelitische Präparandenschule in Höchberg, das Jüdische Kulturmuseum und Synagoge Veitshöchheim und die Laubhütte in Zell a. Main: Die reiche jüdische Geschichte und Kultur ist ein Teil unserer Vergangenheit und Gegenwart und hat in vielen Orten unseres Landkreises Spuren hinterlassen. Die Menschen, die zu diesen Spuren gehörten, sind vertrieben und ermordet worden.


Unterfranken war der am dichtesten mit jüdischen Mitbürgern besiedelte Regierungsbezirk. Die 29 bekannten, ehemaligen jüdischen Gemeinden im Landkreis Würzburg geben Zeugnis, dass auch in unserem Landkreis jüdisches Leben aktiv stattgefunden hat und zu unserer Heimatgeschichte und Kultur gehört.


Das Projekt Landjudentum in Unterfranken macht sich die Erhaltung und Präsentation des jüdisch-kulturellen Erbes und seine Einbindung in das Denken und Handeln gegenwärtiger und zukünftiger Generationen zur Aufgabe.

Gaukönigshofen:

Deckenfresko in der Synagoge (oben)

Mikwe, das rituelle Bad (unten).

oben: Synagoge und Jüdisches Kulturmuseum

in Veitshöchheim.


links: Jüdische Kultur und

Geschichte in der Rosenbaumschen Laubhütte

aus dem 19. Jahrhundert in Zell a. Main.

Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim

In Veitshöchheim existierte von 1644 bis 1942 eine jüdische Gemeinde. Sie besaß eine um 1730 erbaute Synagoge mit Lehrerwohnung und Mikwe. 1940 wurde der Innenraum zerstört und die Synagoge zu einem Feuerwehrhaus umgebaut. Heute ist der barocke Innenraum wieder hergestellt.


Die Synagoge ist heute Teil des Jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim. Unter dem Titel Schauplatz Dorf wird in den Räumen der Synagoge und eines benachbarten jüdischen Wohnhauses über jüdisches Leben in Veitshöchheim in den verschiedenen Zeiten erzählt. Auch Geschichte und Nutzung der Synagoge, Stationen der jüdischen Religion und der Fund der Genisa im Dachboden der Synagoge werden dem Publikum vorgestellt.

Kreisgedenkstätte Gaukönigshofen

Anlässlich des 50. Jahrestages des Pogroms vom November 1938 entstand in Gaukönigshofen in der ehemaligen Synagoge eine Gedenkstätte für die jüdischen Opfer im Landkreis Würzburg während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft.


Dieses ehemalige Gotteshaus gehört zu den wenigen Überresten einer einst vor allem in Franken blühenden Kultur. Seine Umgestaltung wurde am 13. März 1987 vom Kreistag des Landkreises Würzburg beschlossen. Am 16. Oktober 1988 erfolgte die Übergabe des Gebäudes in seiner neuen Funktion an die Gemeinde Gaukönigshofen und an die Öffentlichkeit.