Rezepte & Sonstiges

Die Versuchsfläche im Rahmen des Forums BetaSol. FOTO: VHPZ

Forschung zum Anfassen, Austausch auf Augenhöhe

Forum BetaSol 2026

Am 1. und 2. September wird Worms zum Treffpunkt für Praxis, Beratung, Forschung, Verarbeitung, Politik und Industrie

Die Versuchsfläche im Rahmen des Forums BetaSol. FOTO: VHPZ

Forschung zum Anfassen, Austausch auf Augenhöhe

Forum BetaSol 2026

Am 1. und 2. September wird Worms zum Treffpunkt für Praxis, Beratung, Forschung, Verarbeitung, Politik und Industrie

Von Anna Dettweiler, Head of Impact and Project Management, Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.

Die Schilf-Glasflügelzikade und ihr Erregerkomplex gehören zu den Themen, die den Pflanzenbau in vielen Regionen zunehmend vor große Herausforderungen stellen. Für die Betriebe geht es längst nicht mehr nur um einzelne Symptome im Bestand, sondern um erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen, Fragen der Verarbeitbarkeit und wirtschaftliche Folgen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Betroffen sind Praxis, Beratung, Forschung, Verarbeitung, Politik, Verbände und Industrie gleichermaßen. Genau hier setzt das Forum BetaSol 2026 an: Am 1. und 2. September 2026 bringt es in Worms alle relevanten Akteure zusammen, um Wissen zu teilen, Erfahrungen einzuordnen und gemeinsam tragfähige Perspektiven für Praxis und Verarbeitung zu entwickeln.

Dreifach gut informiert

Unter dem Leitgedanken „Praxis verstehen. Auswirkungen erkennen. Entscheidungen treffen.“ verbindet das Forum drei starke Bausteine: Feldtag, Knollendialog und wissenschaftliche Tagung. Diese Kombination macht BetaSol zu einem besonderen Format, da aktuelle Forschung nicht isoliert präsentiert, sondern unmittelbar mit Praxisfragen, Beratungserfahrungen, Verarbeitungsanforderungen, politischen Rahmenbedingungen und Lösungsansätzen verknüpft wird.

Feldtag

Der Feldtag am 1. September macht Forschung im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Im Hotspot-Gebiet Worms werden Versuche unter realen Bedingungen vorgestellt – dort, wo die Herausforderungen tatsächlich sichtbar werden. Dabei stehen echte Bestände, Schadbilder, Pflanzenreaktionen und vor allem Maßnahmenstrategien im Mittelpunkt. In geführten Kleingruppen erleben die Teilnehmenden die Versuche direkt vor Ort, können Fragen stellen und mit Expertinnen und Experten intensiv diskutieren.

Das Feldprogramm ist klar auf die drängenden Fragen der Praxis ausgerichtet und gliedert sich in zwei zentrale Themenbereiche: Zuckerrübe und Kartoffel. Ergänzend werden auch weitere Wirtspflanzen, insbesondere aus dem Gemüsebau, einbezogen. Bei der Zuckerrübe geht es unter anderem um Fruchtfolge- und Zwischenfruchtstrategien, Sortenversuche, Ertrags- und Qualitätseffekte, Sekundärinfektionen sowie aktuelle Ansätze zur Zikadenkontrolle. Im Kartoffelteil stehen die Auswirkungen der bakteriellen Kartoffelknollenwelke sowie Sortenunterschiede von Speise-, Verarbeitungs- und Pflanzkartoffeln im Fokus. Mehrjährige Feldversuche, Kleinparzellen, Netz- und Freilandvarianten sowie Ansätze mit Mulch, Untersaaten, Biostimulanzien und Fruchtfolgen zeigen, welche Strategien zur Stabilisierung von Ertrag und Qualität beitragen können. Besonders anschaulich sind Netzkäfige zur Untersuchung unterschiedlicher Befallsintensitäten und die maschinelle Netzabdeckung, bei der direkt im Feld gezeigt wird, wie Netze effizient und bestandsschonend eingesetzt werden können.

Knollendialog

Im Anschluss können im Rahmen des Knollendialogs beim gemeinsamen Abendessen Eindrücke vertieft, offene Fragen diskutiert und wertvolle Kontakte geknüpft werden. Praxis, Beratung, Forschung, Politik, Wirtschaft, Verarbeitung und Industrie kommen ungezwungen und auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch.

Wissenschaftliche Tagung

Der 2. September steht im Zeichen der wissenschaftlichen Tagung und bildet den fachlichen Höhepunkt des Forums. Nationale und internationale Expertinnen und Experten ordnen aktuelle Entwicklungen verständlich und praxisnah ein. Das Programm spannt den Bogen von Zikaden, Erregern und Wirtspflanzen über neue Erkenntnisse zu Phytoplasmen und internationalen Erfahrungen bis hin zu Pflanzenschutz und nachhaltigen Strategien gegen die Schilf-Glasflügelzikade. Beiträge aus europäischen Zuckerrüben- und Kartoffelverbänden zeigen zudem, welche Bedeutung das Thema entlang der Wertschöpfungskette hat. Damit bietet die Tagung einen kompakten Überblick, fachliche Tiefe und konkrete Orientierung für Praxis, Beratung, Forschung, Verarbeitung, Politik und Industrie.

Ein besonderes Highlight zum Abschluss ist die Podiumsdiskussion. Hier werden zentrale Tagungsinhalte, Ergebnisse und politische Rahmenbedingungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Praxis, Politik, Wirtschaft, Handel und nachgelagerter Industrie diskutiert.

Wer den vollen Mehrwert nutzen möchte, sollte alle drei Bausteine verbinden: Feldtag, Knollendialog und Tagung. Programm, Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter: www.betasol.info


Anna Dettweiler Head of Impact and Project Management Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.


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