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Die meisten Rüben erholen sich von den Schäden des Spitzsteißigen Rübenrüsslers, bleiben aber im Wuchs etwas zurück. FOTO: Thomas Pfalzgraf
Zwischenbilanz der Vegetation in Kassel
Frühe Aussaat, früher Reihenschluss
Günstige Bedingungen sorgen für eine insgesamt positive Entwicklung
Die meisten Rüben erholen sich von den Schäden des Spitzsteißigen Rübenrüsslers, bleiben aber im Wuchs etwas zurück. FOTO: Thomas Pfalzgraf
Zwischenbilanz der Vegetation in Kassel
Frühe Aussaat, früher Reihenschluss
Günstige Bedingungen sorgen für eine insgesamt positive Entwicklung
Von Thomas Pfalzgraf, Geschäftsführer des Verbandes der Zuckerrübenanbauer Kassel e.V.
Die Rübenbestände zeigen sich in diesem Jahr sehr einheitlich. Trotz der langen Auflaufphase der früh gelegten Rüben blieb deren Wachstumsvorsprung erhalten. Auch die um Ostern gesäten Bestände entwickelten sich zügig, sodass vielerorts bereits Anfang Juni ein ungewöhnlich früher Reihenschluss erreicht wurde. Im Verbandsgebiet traten keine nennenswerten Starkniederschläge auf, stattdessen fiel der Regen meist gut verteilt und in ausreichender Menge.
Spitzsteißiger Rübenrüssler
Der spitzsteißige Rübenrüssler trat in diesem Anbaujahr verstärkt auf. Betroffen waren meist klar abgegrenzte Teilflächen innerhalb eines Schlages, nur sehr selten ganze Schläge. Da gegen diesen Schädling keine Insektizide zugelassen sind, müssen die Bestände den Befall selbst kompensieren. Mit steigenden Temperaturen gelang dies in der Regel gut.
Seit dem Wegfall der neonikotinoiden Beizen spielt auch der Rübenerdfloh eine größere Rolle. In diesem Jahr war sein Auftreten jedoch gering und die Schadschwelle wurde nur selten überschritten. Der vermehrte Einsatz der Buteo-Start-Beize dürfte hierzu beigetragen haben, da sie eine bessere Wirkung zeigt als Force 20 CS.
Blattlausmonitoring
Mit dem Reihenschluss endet auch in diesem Jahr das Blattlausmonitoring. Über den gesamten Zeitraum wurden im Verbandsgebiet kaum Blattläuse festgestellt. Die Witterung war für sie ungünstig: Zunächst wurden sie durch wiederkehrende Niederschläge abgewaschen, später führten die hohen Temperaturen über Pfingsten zum Zusammenbruch der Populationen.
Die für das Vergilbungsvirus entscheidende Grüne Pfirsichblattlaus trat nur vereinzelt und in geringer Zahl auf. Eine Bekämpfung war nicht notwendig. Zudem waren in den Beständen zahlreiche Nützlinge – Marienkäfer, deren Larven, Florfliegen und Schwebfliegen – zu finden, weshalb häufig von einer Behandlung abgeraten wurde. Auch die Schwarze Bohnenlaus blieb meist unterhalb der Schadschwelle.
Schosser und Erdmandelgras
Durch den frühen Reihenschluss sind Schosser in diesem Jahr ebenfalls früh sichtbar. Sie sollten bis zur Getreideernte entfernt werden. Auch danach lohnt sich eine Kontrolle, um neu aufgelaufene Pflanzen rechtzeitig zu beseitigen.
Meldungen über Erdmandelgras gibt es im Verbandsgebiet derzeit nicht. Dennoch empfiehlt es sich, bei Bestandskontrollen aufmerksam zu bleiben. Einzelpflanzen oder kleine Befallsnester lassen sich noch pro-blemlos entfernen.
Pseudomonas
Nach lokal begrenzten Hagelereignissen treten in einigen Beständen bakterielle Blattflecken (Pseudomonas) auf, die leicht mit Cercospora verwechselt werden können. Die Bakterien dringen über kleine Verletzungen ein, die durch große Regentropfen oder Hagelkörner entstehen. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, aber auch nicht notwendig – der wirtschaftliche Schaden ist gering. Im weiteren Vegetationsverlauf verwachsen sich die Blattflecken meist wieder.
Fazit
Insgesamt präsentieren sich die Zuckerrübenbestände bisher gleichmäßig und nach den vergangenen Kälteperioden sehr frohwüchsig. Die gefallenen Niederschläge halfen den Beständen, die Hitzewelle Ende Juni zu überstehen. In der kommenden Zeit gilt es jetzt, die Bestände auf Blattkrankheiten zu kontrollieren und gegebenenfalls schnell zu handeln.

Thomas Pfalzgraf Geschäftsführer, Verband der Zuckerrübenanbauer Kassel e.V.
