Mit dem nötigen Rückenwind
Dank E-Bike & Co. wagen sich immer mehr ältere Menschen wieder aufs Rad. In einem Fahrradsicherheitstraining zeigt das Gesundheitsamt Stadt und Landkreis Würzburg gemeinsam mit der Polizei, was es zu beachten gibt.
Mit dem nötigen Rückenwind
Dank E-Bike & Co. wagen sich immer mehr ältere Menschen wieder aufs Rad. In einem Fahrradsicherheitstraining zeigt das Gesundheitsamt Stadt und Landkreis Würzburg gemeinsam mit der Polizei, was es zu beachten gibt.

Den Helm richtig einstellen, helle und reflektierende Kleidung tragen, vor dem Linksabbiegen zweimal nach hinten schauen – für Grundschüler gehören diese Sicherheitsregeln für das Fahrradfahren zum Basiswissen. Wer die Regeln kennt und richtig anwendet erhält den sogenannten Fahrradführerschein und einen blauen Aufkleber fürs Rad. Doch kaum wird das Kinderfahrrad gegen ein Erwachsenenrad eingetauscht, geraten die Sticker in Vergessenheit - und die Richtlinien meist mit dazu. „Mir wird manchmal angst und bange, wenn ich sehe, wie viele Radfahrer ohne Helm unterwegs sind oder beim Linksabbiegen nicht nach hinten schauen. Und das, obwohl das Verkehrsaufkommen auf unseren Straßen zunimmt und die Unfallgefahr steigt“, so Annette Schmiedl, Leiterin der Jugendverkehrsschule der Polizeiinspektion Würzburg-Land. Der gebürtigen Bambergerin, die seit 2009 im Würzburger Land lebt und sich seit drei Jahren der Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen im Landkreis widmet, ist es eine Herzensangelegenheit, das Thema Verkehrssicherheit präsent zu machen. Neben Kindern möchte sie besonders ältere Menschen unterstützen, die dank E-Bike & Co. wieder radeln.
| Zur Mobilität im Alter gehört auch das Fahrradfahren
„Das war vielleicht ein Zufall, als mich Frau Ebner anrief und mir von ihrem Plan erzählte, ein Fahrradsicherheitstraining für Senioren anzubieten“, erzählt Annette Schmiedl. „Ich hatte schließlich genau dieselbe Idee. In meinem Kopf war schon alles geplant. Nur die richtige Plattform, um das Training umzusetzen, hat mir noch gefehlt.“ Tonia Ebner, Referentin für Gesundheitsförderung und Prävention am Gesundheitsamt Stadt und Landkreis Würzburg, ist seit neun Jahren verantwortlich für die Organisation von Veranstaltungen im Rahmen der Seniorenwochen des Landkreises. Veranstalter der Seniorenwochen ist das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg in Kooperation mit dem Gesundheitsamt, der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege und den Senioreneinrichtungen des Landkreises Würzburg. „Alljährlich werden innerhalb der Seniorenwochen Veranstaltungen zu einem bestimmten Thema angeboten, erklärt Tonia Ebner“. Das Motto in diesem Jahr: Mobilität im Alter. „Als das Thema feststand, habe ich überlegt, was wir für Programmpunkte anbieten könnten. Bei meiner Recherche bin ich auf ein integratives Fahrradsicherheitstraining des St. Josefs-Stifts in Eisingen und der Polizeiinspektion Würzburg-Land aufmerksam geworden. Da habe ich mir gedacht, das wäre doch auch eine tolle Aktion für Senioren. Ich habe Frau Schmiedl angerufen und sie war sofort begeistert.“

Radler-Frühling des Landrats
Auch im 21. Jahr des Radler-Frühlings lädt Landrat Eberhard Nuß die Bürgerinnen und Bürger zur gemeinsamen Radtour durch unseren schönen Landkreis ein. Die Tour führt diesmal auf rund 43 Kilometern durch den nordöstlichen Landkreis: von Kürnach aus über Prosselsheim, Bergtheim bis zum Gramschatzer Wald. Dort lädt Landrat Eberhard Nuß zum Mittagessen im Waldhaus Einsiedel ein, bevor es wieder zurück nach Kürnach geht. Freuen Sie sich mit uns gemeinsam auf diesen Tag. Abfahrt in Kürnach ist um xx Uhr am Parkplatz an der Höllberghalle.
| Sicherheit rund ums Fahrrad
Angeboten werden insgesamt drei Trainings auf Fahrradübungsplätzen in Unterpleichfeld, Neubrunn und Ochsenfurt. „Was die Teilnehmer mitbringen sollten?“, überlegt Tonia Ebner „Ein Fahrrad, ganz egal ob E-Bike oder herkömmliches Rad, einen Helm, gute Laune und natürlich viel Spaß am Radeln.“ Im Training möchte Annette Schmiedl ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzen. So wird die Expertin für Fahrradsicherheit einen Reaktionstest und einen Motorik-Parcours vorbereiten. Darüber hinaus stehen Fahrrad- und Helmchecks auf dem Programm: „Es ist sehr wichtig, dass der Helm richtig eingestellt ist, damit er bei einem möglichen Sturz nicht wegrutscht.“ Es folgen einige Informationen zur richtigen Kleidung, Alkoholgrenzen und den häufigsten Unfallursachen. Besonders für die E-BikeFahrer unter den Radlern gibt es in Sachen Sicherheit einiges zu beachten.
| Mit Elektrounterstützung bequemer und schneller unterwegs
Den offiziellen Zahlen des deutschen Zweirad-Industrie-Verbandes zu Folge ist das Elektrofahrrad ein absoluter Verkaufsschlager. Während im Jahr 2014 480.000 Elektrofahrräder verkauft wurden, waren es allein im ersten Halbjahr 2017 bereits 680.000 Stück. Ein Großteil dieser Räder sind sogenannte Pedelecs. Anders als bei S-Pedelecs oder E-Bikes wird der Radfahrer nur mit einer Trethilfe unterstützt, bis er eine Geschwindigkeit von maximal 25 km/h erreicht. Wer schneller unterwegs sein will, muss kräftig in die Pedale treten. Reizvoll sind Pedelecs besonders für Senioren, die dank der motorbetriebenen Tretunterstützung weniger Kraft für das Radeln aufbringen müssen. Doch das Elektrofahrrad birgt auch einige Risiken, derer sich die Nutzer bewusst sein sollten. Man sagt: „Wenn man mit dem Pedelec zu bremsen beginnt, steht man mit dem Fahrrad schon!“ Und das ist genau die Gefahr. Pedelecfahrer werden als „normale Radler“ wahrgenommen, sodass die Geschwindigkeit von den anderen Verkehrsteilnehmern oft völlig falsch eingeschätzt wird. Hinzu kommt, dass die Unfallfolgen bei älteren Menschen meist schwerwiegender sind, als bei jungen Fahrradfahrern: „Mit 65 Jahren fällt man ganz anders vom Rad, als mit 25. Dadurch treten häufiger Verletzungen auf.“ Der Tipp der Expertin: „Wer sich ein Pedelec zulegt, sollte langsam loslegen und sich mit dem Rad vertraut machen. Am besten sucht man sich eine geschützte Teststrecke fernab des Stadtverkehrs.“
Angesichts der Sicherheitsrisiken stellt sich natürlich die Frage, ob sich ältere Menschen überhaupt ein Elektrofahrrad zulegen sollten. Doch das beantwortet die Polizistin ganz klar mit „ja“: „Fahrradfahren ist ein toller Sport, der Generationen verbindet. Und wenn Oma und Opa dank ihres Pedelecs mit zur Familienradtour kommen können, ist das klasse!“ Wer gerne mit Gleichgesinnten in der Gruppe üben möchte, kann sich auch am 28. April dem Radler-Frühling des Landrats anschließen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Informationsveranstaltungen
- Auftaktveranstaltung (theoretischer Teil) zu den Fahrradsicherheitstrainings am Mittwoch, 18. April 2018, 17.00 bis 18.30 Uhr, Landratsamt Würzburg, Zeppelinstraße 15, 97074 Würzburg, Haus 2, 2. Stock, Sitzungssaal 2. Anmeldung erforderlich bis zum 13. April 2018.
- Mitwirkung von Frau Schmiedl auf der Landesgartenschau am Mittwoch, 25. April 2018 und Dienstag, 7. August 2018, jeweils ganztägig im Pavillon von Stadt und Landkreis Würzburg
Fahrradsicherheitstrainings (praktischer Teil):
- Mittwoch, 2. Mai 2018, 14.00 bis 16.30 Uhr, Parkplatz Mehrzweckhalle, Schulstraße 2, 97294 Unterpleichfeld
- Mittwoch, 9. Mai 2018, 14.00 bis 16.30 Uhr, Festhalle Neubrunn, Schulbrunnenstraße 12, 97277 Neubrunn
- Mittwoch, 16. Mai 2018, 14.00 bis 16.30 Uhr, Pausenhof der Grundschule Ochsenfurt, Fabrikstraße 1, 97199 Ochsenfurt
Die Anmeldung muss bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Fahrradsicherheitstraining per Anruf oder E-Mail erfolgen. Ansprechpartnerin ist Tonia Ebner, Telefon: 0931 8003-664, E-Mail: t.ebner@lra-wue.bayern.de